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Unterschiedliche Ansichten über den Chakren

Es gibt viele Unterschiede bezüglich der Eigen­schaften, die verschiedene Autoren den Chakren zu­schreiben. Auch die Namen der Chakren sind oft unterschiedlich.

Die Namen der Chakren

Das zweite Chakra, hier das Sakral-Chakra genannt, wird zuweilen das Milz-Chakra genannt. Diese Praxis scheint in C.W. Leadbeater's Buch "Die Chakras" entstanden zu sein (welches das erste Buch war, das die Chakren im Westen einführte). Jedoch unter­scheidet Leadbeater ziemlich aus­drück­lich zwischen dem Sakral-Chakra (das indische Svadhisthana-Chakra) und dem Milz-Chakra von dem er spricht. Er meint sogar, das Öffnen des Sakral-Chakras sei verheerend.

Leadbeaters Beschreibung des Milz-Chakras hat etwas Ähn­lich­keit mit den Funktionen der Milz in der chinesischen Medizin (zum Milzmeridian gehörend). Es soll mit der Beförderung von Energie durch den Körper hindurch befasst sein. Es scheint nichts mit der Milz der west­lichen Medizin gemeinsam zu haben, die das Blut reinigt, und dennoch lokalisiert Leadbeater das Milz-Chakra an der Milz.

So muss zu dem Schluss gekommen werden, daß es falsch ist, das Sakral-Chakra "Milz-Chakra" zu nennen.

Die Funktionen des dritten Chakra, das Nabel-Chakra, sind nah verwandt mit den Funktionen von Leber und Gallen­blase in der chinesischen Medizin. Es geht hier um das sich geltend machen und Ent­scheidungen treffen. Viele Leute nennen es das Solar­plexus-Chakra. Die Funktion des Solar­plexus, das Verteilen von Nerv­signalen, hat aber nichts mit den Funktionen des Nabel-Chakras zu tun.

Dieses Chakra liegt nicht am Solar­plexus, aber auch nicht am Nabel. Es liegt in Wirk­lichkeit irgendwo dazwischen, und nicht an der Vorder­seite des Körpers, sondern nahe der Wirbel­säule. Hier wird der Name Nabel-Chakra bevorzugt, weil er neutraler ist als Solar­plexus-Chakra, und nicht eine Funktion suggeriert, die nicht von diesem Chakra erfüllt wird.

Es kann sein, daß Leute den Namen "Solar­plexus-Chakra" deshalb mögen, weil er die diesem Chakra zuge­ordnete Farbe suggeriert, nämlich gelb.

Funktionen der Chakren

Besonders das Kronen-Chakra scheint von verschiedene Quellen idea­lisiert zu werden. Es soll nur positiven Energie hereinlassen, uns helfen, das Unbekannte zu kennen, und uns in einen Zustand der Glück­selig­keit bringen. Dabei wird scheints übersehen, daß es negative Aspekte dieses Chakras geben kann (z. B., wenn es in einem über­aktiven Zustand ist).

Glückseligkeit ist nicht wirklich ein Zustand, es ist eine emotionale Reaktion auf einen Zustand. Ich bezweifele, daß dieser Zustand das Resultat von nur einem geöffneten Chakra ist. Viel eher wahrscheinlich ist, daß ein ausgeglichener und geöffneter Zustand aller Chakren Gefühle der Glück­seligkeit hervor­rufen würde.

Positionen der Chakren

Es gibt ziemlich viele Unterschiede in der Lokalisierung jedes Chakras. Die Unter­schiede betreffen die Höhe im Körper, auf der sie sein sollen, und ob sie sich an der Vorder­seite oder an der Rück­seite des Körpers befinden.

Häufig werden die Chakren an der Vorder­seite des Körpers dar­gestellt, besonders auf vielen schönen Ab­bil­dungen, aber gleich oft auch an der Wirbel­säule. Autoren die sie an der Vorder­seite darstellen oder irgendwo in der Mitte des Körpers, verbild­lichen oft eine Verbindung mit der Wirbel­säule. Fast alle scheinen darin überein zu stimmen, daß die Chakren auf der Mittellinie des Körpers liegen (obgleich es einige Aus­nahmen gibt).

Viele Autoren meinen, dass das erste Chakra zwischen dem Anus und den Genitalien lokalisiert ist. Aber es gibt auch Autoren die es am untersten Teil der Wirbel­säule lokalisieren (z. B. Leadbeater).

Das zweite Chakra sitzt normaler­weise am Kreuz­bein, aber manche lokalisieren es bei den Genitalien. Wie oben besprochen, verwechseln es manche mit dem Milz-Chakra (das nicht im indischen Chakren­system ist), das an der Milz situiert ist (im untersten Teil des Brust­korbs, links von der Mitte).

Die Position des dritten Chakras ist bei jedem Autor woanders, oder so scheint es zumindest. Einige lokalisieren es etwa eine halbe Hand­breite unter dem Nabel, innerhalb des Körpers. Das ist derselbe Punkt wie der Dan Tien der chinesischen Medizin und Kampf­künste. So scheint es hier, daß angenommen wird, diese zwei Energie­zentren seien dasselbe. Andere lokalisieren es an der Rück­seite des Körpers, etwas über dem Nabel. Und andere wiederrum denken, daß es am Solar­plexus lokalisiert ist, direkt unter dem Brust­knochen, zwei Hand­breiten über dem Nabel, auf der Vorder­seite des Körpers. Und es gibt auch Autoren die es genau auf dem Nabel lokalisieren.

Das Herz-Chakra wird meistens in der Mitte des Brust­korbs lokalisiert, jedoch situiert Leadbeater es vor dem Herzen, also an der linken Seite.

Die meisten Autoren sind sich über die Position der folgenden zwei Chakren einig, dem Hals-Chakra und dem Dritte Auge-Chakra. Das Hals-Chakra an der Unter­seite der Kehle, und das Dritte Auge-Chakra zwischen den Augenbrauen.

Manche lokalisieren das Kronen-Chakra am höchsten Punkt des Kopfes, andere aber über dem Kopf, also überhaupt nicht im Körper.

Was mit diesen Unterschieden anzufangen?

Die Frage ist, ob diese Unterschiede etwas ausmachen.

Die Unterschiede in der Namens­gebung scheinen das kleinste Problem zu sein, obgleich diese auch unter­schiedliche Positionen implizieren können.

Obwohl die Unterschiede in Position auf den ersten Blick auch nicht viel auszu­machen scheinen, ist dies nicht der Fall. Viele Techniken zur Öffnung der Chakren verlassen sich auf das sich Konzen­trieren auf den Punkt wo das Chakra liegt. So wird die Technik weniger wirkungs­voll sein, wenn man sich auf den falschen Punkt konzentriert. Je genauer die Stellen bekannt sind, desto besser.

Es würde gut sein wenn es klar wäre welche Funktionen die Chakren haben. Aber leider gibt es hier ziemliche Meinungs­verschieden­heiten. Das Wissen muß aus der Beobachtung von Leuten oder sich selbst entstehen, und es gibt dort viele störende Faktoren.


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Die Chakras, von Charles W. Leadbeater
Eine Studie über die Kraftzentren im Menschlichen Ätherköper