Eclectic Energies

Enneagramm-Typ 4 - Der Individualist

Identitätssucher, die sich einzig­artig und von anderen verschieden fühlen

4. Der Individualist

Menschen dieses Persön­lich­keits­typs gründen ihre Identität auf die Wahr­nehmung, dass sie irgend­wie anders oder einzig­artig sind; deshalb sind sie auf selbst­bewusste Weise individu­alistisch. Sie neigen dazu, ihre Verschieden­heit von anderen sowohl als Segen als auch als Fluch anzu­sehen - ein Segen, weil es sie von denen abhebt, die sie als "gewöhn­lich" wahr­nehmen, und ein Fluch, weil es öfter so scheint, als würde es ihnen den Zugang zu ein­facheren Formen des Glücks versperren, das andere so locker zu genießen scheinen. So können sich Vieren anderen über­legen fühlen, während sie gleich­zeitig Sehn­sucht und Neid verspüren. Das Gefühl, Mitglied einer "echten Aristokratie" zu sein, wechselt sich mit tiefen Scham­gefühlen und der Angst ab, tief im Innern voller Mängel und beschädigt zu sein.

Vieren sind emotional komplex und sehr sensitiv. Sie sehnen sich danach, verstanden und wegen ihres wahren Selbst geschätzt zu werden, aber sie fühlen sich leicht miss­ver­standen und nicht wert­geschätzt. Sie neigen dazu, sich beim Anblick der harschen und barbarischen Welt zurück­zuziehen und sind oftmals mürrisch und launen­haft. Sie sind emotional zentriert und ver­bringen eine großen Teil ihres Lebens damit, in ihre mentalen Land­schaften einzu­tauchen, wo sie sich frei fühlen, ihre Gefühle zu kulti­vieren und zu analysieren. Der Wunsch, dieser inneren Welt Ausdruck zu verleihen, führt Vieren oft zum Interesse an den Künsten, und einige von ihnen werden echte Künstler. Ob nun Künstler oder nicht - die meisten Vieren sind ästhetisch sensibel und mit dem Selbst-Ausdruck und der Selbst­offen­barung beschäf­tigt, sei es bezüg­lich der Kleidung, die sie tragen oder hinsicht­lich ihres gesamten, oftmals eigen­willigen Lebensstils.

Vieren haben eine Disposition zur Melancholie und unter Stress neigen sie dazu, in Depression zu fallen. Auch unter günstig­sten Beding­ungen neigen Vieren dazu, selbst­versunken zu sein. Aus dem Gleich­gewicht geraten, geben sie leicht einer Selbst­nachsicht nach, die sie als vollkommen gerecht­fertigt wahr­nehmen, weil sie ein Weg ist, den generellen Mangel an Freude, den sie in ihrem Leben erfahren, auszu­gleichen. Vieren sind geneigt, mehr über einen "Erlöser" zu phanta­sieren, der sie aus ihrem Unglück erretten wird, als sich nach prak­tischen Lösungen für ihre Elend umzusehen.

Intellektuelle Vieren neigen irrtüm­lich dazu, sich für Fünfen zu halten, und ein starker Flügel kann diese Tendenz sicher verstärken. Im Unterschied zu Fünfen neigen Vieren zur Selbst­offen­barung und fühlen sich wohl, wenn sie sich emotional ausdrücken.


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